Mindset

Leben mit der Angst vorm Leben

Lange habe ich überlegt ob ich über dieses Thema schreibe. Ob ich die Hosen runter lasse. Ob das nicht kontraproduktiv zu meinem Business ist. Ob ich das vielleicht besser lassen sollte. Aber es gibt zwei Gründe die mich das hier jetzt gerade schreiben lassen. Zum einen ist es mein Weg diese Angst zu verarbeiten. Es ist nicht der einzige Weg aber einer davon.
Zum anderen wünsche ich mir von den Menschen die ich fotografieren darf, dass sie sich mir gegenüber öffnen. Dass sie zeigen wer sie wirklich sind. Natürlich nicht bis in die Tiefe ihrer Seele aber wenn möglich dann wenigstens ohne Maske. Fakt ist doch: ich kann das nicht von anderen verlangen wenn ich es selbst nicht tue.

Über die Angst davor glücklich zu sein, weil das Leben ja einer Sinuskurve gleicht und Glück nie ewig dauert

Und deswegen schreibe ich jetzt. Über die Angst vorm Leben. Über die Angst vor Krankheiten und darüber, dass einem im nächsten Moment alles was man bekommen hat wieder genommen werden kann. Jeder Mensch der Dir am Herzen liegt, die Gesundheit, Träume – Alles! Ich schreibe über die Angst davor glücklich zu sein, weil das Leben ja einer Sinuskurve gleicht und Glück nie ewig dauert. Und über die Unfähigkeit sich über jeden einzelnen Tag zu freuen, weil man nie wirklich weiß was einem heute geschehen kann. Ja, das bin ich. Das gehört zu mir. Es ist kein schöner Teil von mir aber er ist nun mal da.

Dieser Teil begleitet mich schon seit meiner Kindheit. Genau genommen ist es eine vorgeburtliche Geschichte die zum Teil diese Angst ausgelöst hat. Die Frage woher ich das weiß ist berechtigt. Die Antwort ist nicht ganz einfach. Kurz gefasst weiß ich es durch Gespräche mit meinem Mann (der ebenfalls Coach ist) und durch die wunderbare Cranio-Sakral-Arbeit mit Anke und Ann. Ich kann dazu nur sagen, und das mag für manche Menschen seltsam klingen, dass vorgeburtliche Situationen oder Ereignisse unser Leben genauso beeinflussen wie Dinge die man erlebt wenn man schon auf dieser Welt ist. Es gibt verschiedenen Wege an solche Auslöser dran zu kommen und wenn man sie erkannt hat, dann können sie sehr viel Heilung bringen. Leider reicht das manchmal nicht. Was in meinem Fall bedeutet, dass die Angst noch immer da ist. Weil sie an vielen Glaubenssätzen und Denkmustern hängt. Weil ich täglich in die Falle tappe und ihr bei jeder kleinen Gelegenheit Raum gebe um da zu sein. Und weil sie mir noch gar nicht so lange richtig bewußt ist. Vermutlich hab ich mit der Cranio das Thema auch gerade erst angeschnitten und es tun sich noch andere Themen auf. Wir werden sehen.

Wenn ich mich nicht so richtig auf das Leben einlasse, dann wird mir schon nix passieren. Das ist ziemlich idiotisch, die Gleichung geht nämlich nicht auf

Aber so langsam wird mir klar welche Verhaltensweisen die Angst vorm Leben in meinem Fall auslöst. Sich nicht zu zeigen ist eine davon. Dann kann mir nämlich auch weniger passieren. Oder kein Risiko eingehen, dann falle ich auch nicht auf die Schnauze. Oder die Unfähigkeit Leichtigkeit zuzulassen, weil ja eigentlich alles ziemlich schwer ist in so einem Erdenleben. Kurz: Wenn ich mich nicht so richtig auf das Leben einlasse, dann wird mir schon nix passieren. Das ist ziemlich idiotisch, die Gleichung geht nämlich nicht auf. Ich kann Euch sagen was passiert: Das Leben treibt Dich in die Ecke. Die Ängste werden größer, sind kaum auszuhalten und plötzlich bist Du gezwungen zu handeln. Dich Deinen Ängsten zu stellen. Sie auseinander zu nehmen und am besten durch sie durch zu gehen. Was bedeutet, die alten Verhaltensweisen einfach mal abzulegen. Sich einzulassen auf das was kommt und mit der Ungewissheit zu leben. Das Wissen um den Auslöser alleine reicht leider nicht, man muß auch ins Tun kommen.

Vielleicht sollte ich mich mit dem Gedanken anfreunden, dass das Leben immer für uns ist und das vermeintlich schlimme Dinge in unserem Leben passieren, damit wir wachsen und später feststellen, dass es vielleicht das Beste war was uns je passieren konnte. Was wäre denn, wenn ich meine Angst mal wieder auf dem Rücksitz Platz nehmen lasse und mich selbst ans Steuer begebe. Mich in Situationen bringe die mir Angst machen. Oder ich schaue mir das Leben mit den Augen eines neugierigen Kindes an. Die haben (wenn alles gut läuft) nämlich noch keine Betrachtung und sind weit entfernt immer alles in gut und böse, richtig oder falsch einzutüten. Die sind noch neugierig und finden alles total spannend. Das ganze Leben. Auch den vermeintlichen Mist. Die sind komplett im Urvertrauen.

Die Angst vor dem Leben verhindert nicht die großen und kleine Katastrophen, sie verhindert nur das Leben

Der Weg aus der Angst geht durch die Angst, das ist leider so. Da können wir machen was wir wollen. Vermeidungsstrategien an den Tag legen, so tun als hätten wir alles im Griff. Hilft aber leider nicht.
Was passiert denn, wenn wir das Leben nicht in seiner ganzen Fülle leben? Wir lassen wunderbare Gelegenheiten verstreichen weil wir Angst haben, es könnte sonst was passieren. Die Angst schützt mich davor keine Verantwortung für mein Leben zu übernehmen und hält mich gefangen in einem Sammelsurium aus unguten Verhaltensweisen die mich lähmen und blockieren. Denn eines ist mal klar: Die Angst vor dem Leben verhindert nicht die großen und kleine Katastrophen, sie verhindert nur das Leben an sich. Und das kann es nicht sein.

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  • Ann
    6. März 2018 at 6:57

    Guten Morgen du Liebe,
    Jawoll…..
    Kühlschrank war gestern, willkommen Emotionen und Gefühle!
    Ich bin super stolz auf dich und sehr gespannt, welche Abenteuer du ab jetzt ansteuerst.
    Ganz unendlich viele liebe Grüße Ann

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