Mindset

Was bleibt?

Ich habe heute einen Blog-Eintrag für meine Foto-Seite geschrieben und möchte den gerne auch hier, auf Enie M., teilen. Es geht um´s Heiraten – aber nur zu Beginn. Denn letzten Endes kann man die Frage “ Was bleibt?“ auf das ganze Leben beziehen. Aber ich fange mal an:

Wenn es um das Thema Heiraten geht, dann kann die romantische Stimmung auch ganz schnell flöten gehen. Spätestens wenn man den Preis für all die Dinge kennt, die man gerne haben möchte, kann sich jedes noch so strahlende Gesicht mit einer sorgenvollen Mimik bedecken.

Was bleibt von all den Dingen?

Man fragt sich ernsthaft wie man all das stemmen soll. Das Kleid, den Anzug, die Ringe, die Blumen, die Torte, die Location, den Hochzeitsplaner, das Auto, das Essen, die Gastgeschenke und nicht zuletzt den Fotografen. Dann werden Eltern eingespannt, die üblicherweise die eine oder andere Sache gerne übernehmen, und irgendwie fängt man schon weit vor der eigentlichen Hochzeit an, die Geldgeschenke mit den anfallenden Kosten zu verrechnen. Verrückt, oder?

Wir haben das damals nicht anders gemacht aber heute stelle ich mir eine Frage ganz oft: Was bleibt? Was bleibt von all den Dingen, die diesen Tag so besonders gemacht haben?

Das Essen und die Torte werden gegessen. Die Blumen verwelken und selbst den Ort kann man manchmal nicht wieder besuchen. Das Auto wird zurück gegeben, die Gastgeschenke werden verschenkt, das Kleid und der Anzug verschwinden im Schrank, die Lieder nimmt der DJ mit, die Gäste gehen auseinander, Geldgeschenke werden ausgegeben und selbst Erinnerungen verblassen. Es gibt so wenig was bleibt.

Was bleibt ist die Liebe, die Ringe und die Fotos. Bilder bleiben.

Bilder bleiben weil man sie immer wieder anschaut. Man teilt sie, gibt sie in der Familie und an Freunde weiter und irgendwann landen sie bei den Enkeln und Urenkeln. Sie hängen an Wänden und tummeln sich in Alben, sie werden per Mail verschickt oder dienen als Bildschirmschoner. Sie bleiben. Und sie haben für alle die dabei waren einen Wert. Nicht nur finanziell, sondern vor allem ideell.

Die Geschichte eines Tages von dem nicht viel bleibt

Denn gut gemachte Fotos schaffen es, Emotionen und Momente an diesem einen Tag zu konservieren und sie später auch wieder frei zu setzten. Sie zeigen Menschen die vielleicht schon längst gegangen sind, sie halten alles fest was nicht geblieben ist und erzählen eine Geschichte. Eure Geschichte. Die Geschichte eines Tages von dem nicht viel bleibt. Außer Fotos, Ringe und Eure Liebe.

So weit zu meinem Foto-Blog-Post.

Was bleibt? Was bleibt wenn wir gehen? Wenn wir diese Erde verlassen? Erfahrungsgemäß ist das nicht viel. Wir können nichts mit nehmen und das was bleibt, wird zum Großteil weg gegeben, entsorgt oder im Herzen getragen. Das sind dann all die Erinnerungen an Momente die man miteinander geteilt hat. Manchmal bewahrt man sich ein Andenken, eine Jacke zum Beispiel oder Bilder. Bilder die es unmöglich machen das Gesicht dieses Menschen zu vergessen.

Ich möchte diesen Post mit einem Zitat von Taryn Brumfitt, der wir den wunderbaren Film Embrace zu verdanken haben, beenden. Sie bringt es so schön auf den Punkt:

„One day, all your children will have is pictures of you. Make sure you´re in them. No matter what your hair looks like, your makeup, or your body, they won´t care about that, they´ll just want to see you.“

 

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