Mindset

Wie ich aus meiner beruflichen Misere raus gekommen bin und warum das wieder mal mit der Ehe zu tun hat

Es ist noch gar nicht so lange her, da war ich beruflich ziemlich verzweifelt. Ich bin nun schon einige Jahre selbständig aber so richtig gut lief es nie. Ich könnte auch sagen: Finanziell habe ich es ziemlich verkackt. Viele Jahre lang. Ich habe die Sache viel zu lange auf die leichte Schulter genommen. Wird schon irgendwie und irgendwie ging´s ja auch immer – mit der Unterstützung von Anderen. Das ist mir erst dieses Jahr so richtig bewußt geworden und zwar in dem Moment, als es keine Unterstützung mehr gab.

Ich hab ja schon ziemlich viel ausprobiert und fürchte einfach, dass ich an einer Monotonie-Intoleranz leide

Ich hab ja schon ziemlich viel ausprobiert und fürchte einfach, dass ich an einer Monotonie-Intoleranz (so nennt es unser Kinderarzt) leide. Routine ist für mich echt tödlich. Aber all das soll keine Rechtfertigung für meinen Misserfolg sein. Jedenfalls war ich vor einiger Zeit an einem Punkt, der mich sehr demütig werden ließ. Ich wußte einfach nicht mehr weiter. Ich hatte auch kein Geld mehr auf dem Konto, war mir aber bewußt, dass in der nächsten Zeit einige Abbuchungen kommen. Ich war verzweifelt.

Nun kann ich nicht behaupten, dass ich sehr religiös bin. Wenn ich ehrlich bin, dann halte ich nicht viel von Religion aber ich würde mich als sehr spirituell bezeichnen. Ich glaube schon, dass wir eine immense Unterstützung von oben bekommen, wenn wir darum bitten. Und das tat ich. In einer stillen Minute, als keiner da war, fiel ich Zuhause auf die Knie. Ich wußte einfach nicht weiter und tat das, was viele Menschen auf dieser Welt tun wenn sie nicht weiter wissen. Sie bitten um Hilfe und Vertrauen auf die Unterstützung „von oben“.

Denn verdienen kommt ja bekanntlich von dienen

Ich hatte auch keine Erwartungshaltung. Ich bat einfach nur darum, mir meinen beruflichen Weg zu zeigen. Einen Weg mit dem ich erfolgreich sein und den Menschen dienen könnte. Denn verdienen kommt ja bekanntlich von dienen. Ich versprach, dass ich den Weg zu 100% mit ihnen gehen würde, vorausgesetzt ich würde die Zeichen erkennen. Also bat ich auch gleich um klare Zeichen.

Was in den nächsten Tagen passierte war unglaublich. Zwei Tage später bekam ich einen Anruf, ob ich eine Hochzeit fotografieren könnte. Die Woche darauf kam eine Hochzeits-Anfrage per Mail und ein paar Tage später noch eine. Ich war fassungslos. Ich hatte nicht eine Hochzeit auf meiner Homepage und auch wenn ich schon einige Hochzeiten fotografiert hatte, so wehrte ich mich doch mit allen Kräften dagegen. Ich hatte einfach Angst die Verantwortung für diesen einzigartigen Tag mit all seinen einzigartigen Momenten zu übernehmen. Es war immer wunderschön aber auch ziemlich nervenaufreibend. Ich wollte niemanden enttäuschen und bewarb es einfach nicht. Ich hatte es gedanklich gestrichen und immer wenn einmal im Jahr eine Anfrage kam, dann sagte ich, dass ich keine Hochzeiten fotografiere.

Ich hatte versprochen 100% dabei zu sein. Egal was sich zeigen und wie mein Weg sein würde

Aber nun war alles anders. Ich hatte versprochen 100% dabei zu sein. Egal was sich zeigen und wie mein Weg sein würde. Ich hatte es versprochen. Es heißt ja, dass das größte Potenzial immer da liegt wo die größte Angst ist, ganz nach dem Motto: Feel the fear and do it anyway. Und weil weiterhin Anfragen für Hochzeit-Shootings rein flattern konnte ich es dann auch nicht mehr leugnen. Mein Weg ist wohl die Hochzeits- oder Paar-Fotografie.

Is ja klar, dass ich eine Zeit lang damit gehadert habe, weil bei dieser „Offenbarung“ Freud und Leid ganz nah beieinander lagen.  Mittlerweile habe ich die Herausforderung angenommen und weitere Hochzeiten fotografiert. Ich kann mich noch erinnern, dass ich bei der vorletzten Buchung so aufgeregt war, dass ich mich total verrückt gemacht hatte. Kurz bevor ich mich auf den Weg machte sagte ich mir: „Wenn das mein Weg ist und hier meine Berufung liegt, wenn das der Weg ist den Ihr für mich ausgesucht habt, dann kann mir ja eigentlich nix passieren. Dann bekomme ich ja quasi den vollen Support von oben.“ Ab dem Moment war ich ganz ruhig. Und selbst als verschiedene Leute auf mich zu kamen und mir sagen wollten wo ich wann das Paar zu fotografieren hätte, da blieb ich ganz ruhig und ging meinen Weg. Und es war klasse. Alle waren total zufrieden und ich hatte mal wieder die Bestätigung, dass ich vertrauen darf. Dass ich geschützt bin.

Eine Geschichte die bleibt und für viele Generationen sichtbar ist

So bin ich zur Hochzeits-Fotografie gekommen. Ich will nicht sagen, dass ich heute nicht mehr aufgeregt bin. Natürlich bin ich das aber es ist eine gesunde Anspannung. Sie hilft mir dabei mein Bestes zu geben und spornt mich an, in jedem einzelnen Bild eine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte die bleibt und für viele Generationen sichtbar ist. Die von all den unzählig schönen Momenten erzählt und Menschen fest hält, die irgendwann vielleicht nicht mehr da sind. Eine Bilder-Geschichte, die die Menschen träumen lässt und es schafft, all die Emotionen wieder hervor zu holen die sie an diesem besonderen Tag hatten.

Eine tolle Aufgabe, oder? Ich sehe es jetzt als riesen Geschenk und versuche mir in verschiedenen Lebenslagen immer mehr Support von oben zu holen. Vieles ist einfach leichter und läuft runder. Man muß sich nur trauen los zu lassen.

Ich kann nicht behaupten, dass ich jetzt schon komplett in den schwarzen Zahlen bin, aber die Menge der Anfragen zeigt mir, dass das der richtige Weg ist.
Hier geht´s zu meiner neuen Homepage: www.nicolemueller.net
Empfehlt mich gerne weiter und schreit es hinaus in die Welt. Ich freue mich über jede Hochzeits-Anfrage die rein kommt und vertraue darauf, dass mir die richtigen Menschen geschickt werden.

P.S.: Angelina & Sebastian, die Beiden auf dem Foto, waren übrigens der eigentliche Startschuss für meinen Weg. Ich wollte es damals aber einfach nicht kapieren. Heute bin ich ihnen unendlich dankbar für ihr Vertrauen. Sie waren die Ersten deren Hochzeit ich begleiten durfte.

 

You Might Also Like...

    %d Bloggern gefällt das: