Mindset Read

Wir haben unsere Geschichte nicht für uns oder warum ich schreibe + Buchtipp

Seit es Enie M. gibt werden die Fragen immer lauter, warum ich mein Leben nicht einfach lebe und es ein klein wenig lockerer nehme. Ich würde viel zu viel nachdenken. Mir Gedanken über Sachen machen, über die es sich nicht lohnt nachzudenken. Manche Dinge könne man eben nicht ändern und ob es Sinn macht, in der Vergangenheit rum zu kramen. Und dann ist da noch die Sorge, ich würde jemand werden wollen der ich nicht bin. Eine bessere Version von mir. Nicole 2.0.

Ich kann die Fragen und Sorgen gut verstehen. Für manch einen muß es so aussehen, als käme ich aus dem Grübeln nicht mehr heraus. Als wäre mein Leben grau und nicht bunt. Genau das Gegenteil ist der Fall.

Für mich ist das Schreiben ein Prozess des Verarbeitens und des Abschüttelns. Und das funktioniert ganz gut. In meinen alten Geschichten rum zu wühlen hat mir in meinem Leben bisher sehr viel gebracht. Es gibt Dinge die mich verletzt haben. Die kann ich weg packen und ignorieren oder noch mal durch den Schmerz durch gehen und verarbeiten. Ich habe mich für den zweiten Weg entschieden, weil er mich entlastet und mir immer Antworten und Frieden schenkt. Und weil wir mit jeder Herausforderung auch die Chance haben ein kleines Stück zu wachsen.

Ich war lange nicht mehr so glücklich und zufrieden wie ich es zur Zeit bin und das trotz all den Dingen die mir durch den Kopf gehen. Ich war auch lange nicht mehr so dankbar und froh, dass ich all das Schöne um mich herum sehen kann. Das Thema Zuhause ist für mich z.B. schon kein Thema mehr, weil ich es damals aufgeschrieben und verarbeitet habe. Das ist mein Weg: Probleme anschauen, verarbeiten und los lassen.

Bleibt natürlich die Frage, wieso man so persönliche Dinge in einem Blog teilen muß.
Als die Beiträge so aus mir heraus sprudelten, da waren sie mir einfach zu wertvoll als dass ich sie irgendwo in eine Schublade hätte einschließen können. Ich war dankbar für die Lösungen und das Schreiben schenkte mir Frieden. Und nun merke ich immer mehr, dass es offensichtlich Menschen gibt, die die gleichen Themen beschäftigen wie mich und denen ich eine Möglichkeit aufzeige, damit umzugehen. Jeder Blogeintrag endet positiv und mit einem Lösungsansatz den ich für mich heraus gefunden habe. Was nicht heißt, dass das auch bei Anderen funktioniert. Enie M. ist meine ganz persönliche Sicht auf Dinge und Situationen wie ich sie erlebt habe. Ich beanspruche nicht das Recht auf die vollkommene Wahrheit und es ist mir auch bewußt, dass es Menschen gibt die das alles ganz anders sehen und erleben.

Ich habe schon so viele positive Rückmeldungen bekommen, dass ich froh bin den Schritt getan zu haben. Wenn wir unsere Geschichte mit anderen teilen, dann besteht immer die Möglichkeit, dass wir irgend jemanden inspirieren. Vielleicht weil er das Gleiche erlebt hat oder mitten drin steckt oder weil es die eigenen „Probleme“ zum Teil relativiert.
Ich lese sehr gerne Biographien und bin ganz oft tief berührt, was diese Menschen erlebt haben und dass sie es mit uns teilen. Mir hat es gezeigt, dass die beeindruckendsten Persönlichkeiten ganz offensichtlich durch die tiefste Scheiße mußten um letzten Endes so zu wachsen. Nicht nur das. Die Geschichten machen auch Mut und sie zeigen mir, dass es sich lohnt weiter zu gehen. Auch wenn man glaubt es geht nicht mehr.

Was ist Deine Geschichte?

Drei Bücher die ich richtig gut fand und die ich von Herzen empfehlen kann sind

„Der Magier: Die Biographie des Paulo Coelho“ von Fernando G. de Morais

„Leben ist das neue Sterben“ von Johanna Klöpper

„Miss Medium: Mut ist der Plan“ von Nina Herzberg

You Might Also Like...

No Comments

    Leave a Reply

    %d Bloggern gefällt das: